27. März 2026

90 Jahre Sachs-Stadion – Ein Fußballfest mit Happy End

Was für ein Abend. Was für ein Anlass. 90 Jahre Sachs-Stadion – unser Wohnzimmer feiert Geburtstag, und das mit einem Fußballfest, das diesem besonderen Jubiläum absolut gerecht wurde.

Wie schon bei der feierlichen Eröffnung an einem Donnerstag, den 23. Juli 1936, stand auch diesmal wieder ein Donnerstag ganz im Zeichen eines Duells mit dem FC Schalke 04. Die Parallelen hätten kaum schöner sein können – Tradition, Geschichte und Gegenwart verschmolzen zu einem stimmungsvollen Gesamtbild.

Auch wenn der Tabellenführer aus Gelsenkirchen nicht mit voller Kapelle anreiste, tat das der Vorfreude keinen Abbruch. Cheftrainer Miron Muslic wurde an der Seitenlinie von Co-Trainer Tim Hoogland vertreten – eine Personalie, die ihre ganz eigene Geschichte schrieb. Hoogland stand einst gemeinsam mit unserem Coach Jermaine Jones für die „Knappen“ auf dem Platz, diesmal trafen sie sich als Gegenüber an der Seitenlinie wieder. Fußball schreibt eben immer noch die schönsten Geschichten.

Neben Muslic fehlten auch einige prominente Namen im Kader der Gäste. Stürmerstar Edin Džeko war mit der bosnischen Nationalmannschaft unterwegs, Kapitän Kenan Karaman wurde geschont. Doch statt Enttäuschung überwog etwas anderes: Dankbarkeit. Dankbarkeit, einen solchen Traditionsverein an diesem besonderen Abend begrüßen zu dürfen – und die Gelegenheit, diesen Fußballabend einfach zu genießen.

Und auch das Wetter spielte mit. Entgegen aller Prognosen blieben wir vom Regen verschont. Stattdessen präsentierte sich der Himmel in einer fast schon malerischen Kulisse – kühl zwar, aber klar und stimmungsvoll. Perfekt für einen solchen Anlass.

Bevor der Ball überhaupt rollte, war bereits spürbar: Das hier ist mehr als nur ein Spiel. Knapp 5.000 Zuschauer strömten ins Stadion, um gemeinsam den Geburtstag unseres Sachs-Stadions zu feiern. Auch ohne organisierten Support entstand eine besondere Atmosphäre – getragen von Gesprächen, Lachen und der gemeinsamen Liebe zum Fußball. Endlich wieder ein volles Stadion, endlich wieder dieses Gefühl.

Rund um die Tribünen herrschte reges Treiben. Lange Schlangen an den Bier- und Bratwurstständen, volle Wege – und besonders großer Andrang in unserem Fanshop. Anlässlich des Jubiläums hatten wir exklusiven Merch aufgelegt: Schals, Wimpel und Pins. Vor allem die Schals entwickelten sich im Handumdrehen zum Kassenschlager und waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Umso schöner das Bild auf den Rängen, als viele Fans pünktlich zum Anpfiff bereits ihr neues grün-blaues Schmuckstück stolz präsentierten.

Auf dem Platz selbst begann die Partie zunächst verhalten. Die erste Halbzeit bot auf beiden Seiten einige Torabschlüsse, doch die ganz großen Highlights blieben aus. Die beste Gelegenheit gehörte jedoch unseren Schnüdeln: Basti Müller, der über die gesamten ersten 45 Minuten hinweg einer der auffälligsten Akteure war, setzte sich stark durch und kam aus aussichtsreicher Position zum Abschluss – sein Schuss krachte jedoch nur an den Querbalken. Es sollte der Weckruf für die zweite Hälfte sein.

Und die hatte es in sich.

Noch bevor sich alle Zuschauer wieder auf ihren Plätzen eingefunden hatten, kam bereits der erste Jubel auf. Mike Dellinger spielte einen perfekt getimten Pass die linke Außenbahn runter, wo Joshua Endres Tempo aufnahm und den Ball gezielt in die Mitte brachte. Dort stand Nico Grimbs genau richtig und vollendete eiskalt zur Führung.

Doch damit nicht genug. Kaum einen Augenblick später folgte direkt der nächste Nackenschlag für die Gäste. Nach einer Einwurfsituation und einer einfachen Passkombination landete der Ball bei Winners Osawe. In der ersten Hälfte noch im Sturm aufgeboten, agierte er nach der Pause im Mittelfeld – und zeigte dort seine Torgefahr. Mit seinem Treffer stellte er auf 2:0.

Nicht einmal fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da führten unsere Schnüdel bereits komfortabel – und das auch verdient, wenn man mit solcher Energie aus der Halbzeit kommt.

In der Folge flachte die Partie etwas ab und plätscherte vor sich hin. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Zu souverän, zu reif war der Auftritt unserer Mannschaft an diesem Abend. Am Ende stand ein 2:0-Erfolg – ein Ergebnis, das diesem besonderen Anlass absolut würdig war.

Und als wäre das nicht genug gewesen, wurde an diesem Abend noch ein zweites Jubiläum gefeiert. In der Halbzeitpause ehrte Markus Wolf die Traditionself, die vor 25 Jahren den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machte. Mit der Übergabe von Medaillen wurde an einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte erinnert – und an den letzten Ausflug in den Profifußball vor der aktuellen Saison.

So blieb am Ende ein Abend, der weit über das Sportliche hinausging. Ein Abend voller Erinnerungen, Emotionen und Gemeinschaft. 90 Jahre Sachs-Stadion – und dieser Geburtstag wird noch lange in Erinnerung bleiben.